Geschichte & Tradition
Die Definition der Jagd lautet:Unter Jagen versteht man das Aufsuchen, Nachstellen, Fangen, Erlegen und Aneignen von Wild.
Ziel der Jagd:
Erhalt eines gesunden, sozial richtig strukturierten Bestands an Schalenwild.
Schon in der Mittelsteinzeit wurde von Menschen gejagt. Die Jagd diente hauptsächlich zur Nahrungs- Versorgung und lieferte neben Fleisch wertvolle tierische Nebenprodukte wie Knochen und Sehnen für Werkzeuge und Felle als Bekleidung.
„Des fürstliche Freude ist göttlich Verlangen!“
Singt der Chor in der Oper „der Freischütz“ von Carl Maria von Weber.Bis ins Mittelalter wurde die Jagd immer mehr zum Privileg des Adels sowie staatlicher und kirchlicher Würdenträger. Aus dem Mittelalter stammt auch die Unterscheidung zwischen „hoher Jagd“, der dem Adel vorbehaltenen Jagd auf Hochwild – und „niederer Jagd“ (für den Klerus) auf kleine Tiere wie Hasen und Federwild sowie Rehwild, das als einzige Schalenwildart dem Niederwild angehört.
Seit ca. 1850 wurde das Reviersystem eingeführt, welches heute noch gilt. D.h. ein Jagdpächter pachtet ein Revier von der Gemeinde oder vom Staat. Im Gegensatz zu anderen Ländern, wie z.B. Italien, wo man sich auf dem Rathaus eine Jagdlizenz kaufen kann und dann Jagen geht, ist der Jagdpächter in Verbindung mit den Behörden für das gepachtete Revier mit allen Konsequenzen verantwortlich.
Im Regelfall wohnt er in der Nähe und ist bei Problemen wie z.B. Wildunfällen gleich vor Ort.
Der heilige Hubertus
Der Schutzheilige der Jäger ist der heilige Hubertus. Gedenktag
ist der 3. November. In vielen Orten werden hierfür
Hubertusmessen gehalten. So auch bei den Ludwigsburger Jägern!
Diese Messe wird jährlich in der Friedenskirche in Ludwigsburg
von den Jagdhornbläsern gestaltet. Siehe auch „Termine“.
Brauchtum und Waidgerechtigkeit
In der heutigen, sehr schnelllebigen Zeit legen wir im
Jagdrevier Hardtwald sehr viel Wert auf Brauchtum und
Waidgerechtigkeit.Generell sind bei uns auf einer Gesellschaftsjagd (Drückjagd auf Wildschwein) nur erfahrene Schützen anwesend mit dem entsprechenden Respekt vor der Kreatur.
Schüsse auf „Verdacht“ oder auf schlecht stehendes oder hochflüchtiges Wild sind bei uns streng untersagt! Jäger, welche sich an diese Regeln nicht halten werden von uns nicht eingeladen!
Nach der Jagd wird bei uns die „Strecke“ auf Fichten –oder Tannenreisig gelegt.
Die Jagdhornbläser verblasen die Strecke und die Schützen erhalten vom Jagdpächter die Brüche – abgebrochene, grüne Zweige.
Nach dem gemeinsamen Abendessen tagt bei uns seit je her das „hohe Jagdgericht“. Hier werden kleinste Verfehlungen während der Jagd geahndet. Die Strafen, des nicht ganz ernst gemeinten Prozesses, dienen der Verköstigung unserer Treiberwehr.
